Wir, die Teilnehmer des 1. Führungskräftekongresses im deutschsprachigen Raum unterstützen entschieden, angeregt durch den hier stattgefundenen Gedankenaustausch, folgende Erklärung: Mit Betroffenheit und Scham gestehen wir uns ein, dass lieblose Kritik und gegenseitiges Verurteilen unsere Kirche schon seit Jahrzehnten lahmt. Zu oft ist auf Zusammenkünften der Gemeinden und administrativer Ebenen Verdacht und Misstrauen statt Wohlwollen und Mitgefühl zu spüren. Das hat zu lange die inhaltliche Klärung von Sachfragen behindert.

Wir möchten dem Zustand entgegen wirken, den Ellen White 1888 im Zusammenhang mit den Ereignissen von Minneapolis beschreibt: „Gefühllos und unbeeindruckbar, wie moralische Eisberge gemacht- kalt, ohne Sonne, finster und abschreckend.“ (George Knight: Wenn Heilige sich streiten. Lüneburg: Adventverlag 2010, S. 114).

Wir wollen liebloses und ehrloses Reden und Handeln beenden!

  1. Wir wollen sarkastische Witzeleien vermeiden und nicht gedankenlos über Dritte und Nichtanwesende scherzen.
  2. Wir wollen üble Nachrede und destruktive Kritik aneinander und hinter dem Rücken anderer nicht länger hinnehmen.
  3. Wir wollen Ausdrucksweisen unterlassen, die geeignet sind, unterschiedliche Auffassungen aufzubauschen und abzuwerten.
  4. Wir wollen dem Geist der Bitterkeit nicht länger Raum geben.
  5. Wir wollen nicht länger dem anderen pauschal Aufrichtigkeit und Glauben absprechen, wenn sich sein Denken und Handeln von unserem unterscheiden.

 

Stattdessen wollen wir eine liebevolle Feedbackkultur fördern, die Würde und das Gewissen des anderen achten und so eine sachliche Diskussion auf der Grundlage unserer gemeinsamen Glaubensüberzeugungen ermöglichen. In Anlehnung an die Kasseler Erklärung vom 13. Februar 2003 entschließen wir uns

  1. unsere grundlegende Vertrauensbasis zueinander zu vertiefen
  2. einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander zu pflegen
  3. loyale und verlässliche Partner zu sein und Vereinbarungen einzuhalten
  4. theologische Fragen im offenen Dialog anzusprechen und zu klären
  5. Uns gegenseitig Anerkennung und Wertschätzung auszudrücken
  6. In allem die Gott gegebene Würde des anderen zu achten Wir sind uns bewusst, dass diese Ziele nur durch die Hilfe des Heiligen Geistes erreicht werden können. Deshalb bitten wir Gott, uns in diesem Prozess beständig zu leiten und uns zu lehren, Fehler zu korrigieren und zu einem vertieften Miteinander zu gelangen, damit wir Jesus Christus in dieser Welt glaubwürdig bezeugen.

 

„Seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.“ Epheser4,3
(Deutschland, September 2010)