In Gewissensangelegenheiten dürfen niemandem Fesseln angelegt werden. Niemand ist berechtigt, eines andern Denken zu beherrschen, für ihn zu entscheiden oder ihm seine Pflichten vorzuschreiben. Gott verleiht einem jeden Menschen die Freiheit, selbst zu denken und seiner Überzeugung zu folgen. ‚So wird ein jeglicher für sich selbst Gott Rechenschaft geben.‘ (Röm 14,12) Niemand darf seine eigene Persönlichkeit in der eines andern Menschen aufgehen lassen. In allen grundsätzlichen Fragen muss es heissen: ‚Ein jeglicher sei seiner Meinung gewiss.‘ (Röm 14,5) Im Reiche Jesu Christi gibt es weder gebieterische Unterdrückung noch Zwangsmittel. Auch die Engel des Himmels steigen nicht auf die Erde herab, um hier zu herrschen und Ehrerbietung zu erzwingen, sondern um als Botschafter der Gnade gemeinsam mit den Erdenbewohnern die menschliche Natur zu adeln. (aus: Das Leben Jesu, Seite 542)