Über das zu reden, „was ich gelernt habe“, ist kein naturwissenschaftlicher Diskurs, und die Gefahr des Selbstbetrugs liegt nahe. Ob wir wirklich etwas gelernt haben, wird nicht dadurch bewiesen, dass wir es einfach behaupten. Aber in Krisensituationen oder wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, wird es sich zeigen.
Wenn ich zurückschaue auf 50 Jahre im Dienst als Prediger und Administrator, dabei insbesondere auf die letzten 10 Jahre als Präsident der Generalkonferenz, dann erkenne ich eine Reihe immer wiederkehrender Lektionen, die mir Gott im Fach „Umgang mit Menschen“ geduldig und hartnäckig zu vermitteln suchte. Als sein Schüler war ich vielleicht nicht immer ein besonders schneller Lerner. Doch in den vergangenen Jahren hat sich eine Anzahl dieser Lektionen tief in mein Bewusstsein eingeprägt. Dabei geht es nicht um Lehren, die man in einem Klassenzimmer oder aus Büchern lernen kann, sondern um solche, die uns der Alltag, der „ganz normale Wahnsinn“ des täglichen Lebens vermittelt. Diese Lektionen lernt man, indem man Glaubensgemeinschaft mit Menschen pflegt, deren Sprache, Sitten und Erfahrungen meinen eigenen fremd sind; im Umgang mit Kollegen, mit denen man Meinungsverschiedenheiten und schwierige Entscheidungsprozesse ausficht; im Gespräch mit jungen oder älteren Menschen, die meine Ansichten und Vorlieben ebenso unverständlich finden, wie ich die ihren – und die ich dennoch alle für meine Schwestern und Brüder in Christus halten möchte.

1. Der Mensch ist das Wichtigste
Es ist leicht, als Kirche und insbesondere als deren Leiter mit „Dingen“ befasst zu sein, nicht mit Menschen. Wir sitzen in Ausschüssen, diskutieren Werte, Stellungnahmen, Ziele, Vorhaben, Regeln, Pläne und Projekte, und irgendwann verselbständigen sich diese Dinge und haben nichts mehr mit der individuellen menschlichen Realität zu tun. Wir fangen an, diese abstrakten Dinge so zu behandeln als hätten sie einen Wert in sich selber, anstatt uns darauf zu besinnen, dass sie nur so lange echten Wert haben, wie sie Gottes Absichten dienen und seinem Volk nützen.
Wir tun gut daran, rückschauend darüber nachzudenken, was uns der Herr unterwegs gelehrt hat. Mit allem was unser Herr im menschlichen Bereich wirkt, will er den einzelnen Menschen erreichen, ihn mit seiner unwiderstehlichen Liebe zu sich ziehen und ihn zur Ewigkeit führen. Bei Gott steht der Mensch im Fokus. Aus diesem Grund kam Christus auf die Erde! Diese simple Wahrheit hat unzählige Konsequenzen für unser tägliches Leben und unser Verhalten untereinander. In jeder erdenklichen Art von Beziehung ist der Wert meines Gegenübers größer als meine Vorstellungskraft. Deshalb sollte uns innerhalb unserer Kirche ständig die Frage beschäftigen: „Wie wirkt sich das auf die Menschen aus?“ Nicht menschliche Logik, sondern Gottes „unlogische“ Liebe für seine Geschöpfe muss die Grundlage all dessen sein, was wir sind und tun. Ja, manchmal fehle ich; manchmal versagt die gesamte Kirche. Doch das macht die Lektion nicht weniger wichtig und sie begleitet mich permanent.
2. Richte den Blick nach außen
Die Kirche existiert um ihres missionarischen Auftrags willen. Diese einfache Aussage ist der Angelpunkt an dem wir unsere Identität, unsere Aufgabe und unsere Existenzberechtigung festmachen. Ich habe gelernt, dass dieser Grundsatz ganz praktische Dinge beinhaltet.
Welche Prioritäten sollte die Kirche beim Einsatz finanzieller Mittel in schwierigen Zeiten setzen? Wie sollten unsere Verwaltungen und Institutionen strukturiert werden? Wie sollte sich die Kirche in einem bestimmten Teil der Welt engagieren? Fast jede wichtige Frage lässt sich auf eine einzige Überlegung reduzieren: Was dient dem Missionsauftrag unserer Kirche am besten?
Dieses Prinzip lässt sich auch auf die Frage übertragen, wie wir unsere menschlichen Ressourcen nutzen. Ich habe es schon zuvor gesagt, und es muss wiederholt werden: Ich glaube, dass wir unsere Möglichkeiten unserem Missionsauftrag gerecht zu werden über lange Zeit beschädigt haben. Zunächst dadurch, dass wir dem weiblichen Geschlecht wichtige Rollen im Pastorendienst und in der Leitungsverantwortung versagt haben, und dann weil wir es unterlassen haben, mehr junge Menschen und junge Fachleute (unter 35 Jahren) in die Entscheidungsprozesse der Kirche einzubeziehen.
Klarheit über unser vorrangiges Ziel hat auch etwas damit zu tun, worauf wir unseren Fokus richten. Brauchen wir Erweckung und Erneuerung innerhalb der Kirche? Sicher! Aber für mich macht der Blick nach Innen nur dann Sinn, wenn er zum Ziel hat, die Menschen um uns herum effektiver zu erreichen. Wenn wir ständig mit der eigenen Nabelschau beschäftigt sind und dabei unseren Missionsauftrag aus den Augen verlieren, wird die Kirche zu einer selbstgefälligen, isolierten und ineffizienten Glaubensgemeinschaft.
Ständig den Fokus nach innen zu richten kann zudem entmutigend wirken. Wenn wir ehrlich sind, werden wir viele Schwachstellen in unserer Kirche entdecken. Sollte es also unsere wichtigste Aufgabe sein, diese zu reparieren? Nein! Bis „dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit“ (1. Kor. 15,54), werde ich mit menschlichem Versagen leben müssen – meinem eigenen, wie dem anderer. Aber ich habe auch gelernt, dass dessen ungeachtet Gott immer wieder vergibt, heilt und erneuert. Er nimmt die Zerbrochenen, Schwachen, Strauchelnden, er gibt uns nicht auf, er befähigt und trägt uns, damit wir missionarisch wirken können.
3. Konsultation ist besser als Tyrannei
Vor vielen Jahren sagte ein erfahrener Verantwortungsträger unserer Kirche zu mir: „Denke immer daran, dass du nur dann der Chef bist, wenn du es nicht beweisen musst.“ Und ich habe gelernt, dass das stimmt. Die eigene Position und Autorität beweisen zu wollen, ist in der Kirche völlig unangebracht. Bestenfalls führt dies zu hektischem, defensivem Selbstbestätigungsaktionismus, schlimmstenfalls zu dominierendem und diktatorischem Verhalten.
Man sagt, dass wir in unserer Kirche nicht nach dem Präsidialmodell operieren. Das tun wir auch nicht – selbst wenn einige Entscheidungen per Exekutive getroffen und bestimmte Verantwortlichkeiten letztendlich an einer Person festgemacht werden müssen. Aber in allen Entscheidungsprozessen – auf allen Leitungsebenen unserer Kirche – schätzen wir differierende Meinungen, behandeln das jeweilige Thema erschöpfend und suchen dann den Konsens. Ich habe gelernt, dass die besten und sichersten Entscheidungen, die man als geistlicher Leiter fällen kann, solche sind, die in einem Kreis von Beratern getroffen werden, in dem unterschiedliche Sichtweisen offen ausgetauscht werden können, wo Meinungsverschiedenheiten keine Bedrohung darstellen, wo es keine Tabus für bestimmte Ansichten gibt, und wo man bereit ist zu sagen „vielleicht habe ich das falsch verstanden“ oder „ich verstehe zwar was du sagst, kann dem aber trotzdem nicht zustimmen.“
4. Nimm dich selbst nicht zu wichtig
Ich habe gelernt, dass eine aufgesetzte würdevolle Mine keinen Wert in sich selbst besitzt. Die Fähigkeit in bestimmten Situationen das Ironische, das Überraschende, oder ganz einfach das Humorvolle zu erkennen, kann im Leben mit der Kirche sehr erfrischend und gesund sein. Ja, unsere Aufgabe ist ernst. Aber lustige Dinge passieren nun einmal. Und im geteilten Lachen teilen wir unsere Mitmenschlichkeit. Ohne frivol oder respektlos zu sein, können humorvolle Momente spannungsgeladene Situationen entschärfen oder eine neue Offenheit in angespannte Beziehungen bringen. Humor kann ein effektives Gegenmittel für Selbstherrlichkeit oder die „geistliche steife Oberlippe“ sein. Und ich habe es immer und immer wieder beobachtet: wir geben immer dann unser Bestes, wenn wir selbst locker sind und mit anderen entspannt umgehen. Man muss nicht die Bedeutung unserer Aufgabe aus den Augen verlieren, um sich einen befreienden Moment gönnen zu können, um sich des allzu Menschlichen in all unserem Tun und Lassen bewusst zu werden. Solche Augenblicke können in einer schwierigen Situation sehr hilfreich sein. Und ich glaube, Gott kann mit uns lachen.
5. Gott gleicht das Defizit aus
Ich habe gelernt, dass bei all meinen Fehlern oder Schwächen der Herr immer mit mir gehen, mich neu beleben und zur Ausführung seiner Absichten befähigen wird. Das gilt nicht exklusiv nur für mich. Ich glaube, dass Gott jeden von uns an der Hand nimmt und sagt: „Schau, ich habe hier eine besondere Aufgabe für dich. Und jetzt will ich bei dir sein und dich mit allem ausstatten, was dir fehlt, um meinem Auftrag gerecht zu werden.“
Das spüre ich ganz besonders dann, wenn ich Gemeindeglieder in den verschiedenen Teilen der Welt besuche. Oft passiert es, dass eine Person, die ich zuvor noch nie getroffen habe, zu mir kommt und sagt: „Pastor, ich möchte, dass du weißt, dass ich für dich bete. In meinen Gebeten lege ich deinen Namen jeden Tag Gott vor.“ Niemand hat auch nur die geringste Ahnung, wie viel das für mich bedeutet. Denn ich spüre, dass der Herr diese Gebete erhört, und dass er in seiner Liebe zu unserer Kirche und ihren Menschen mir die physische und psychische Spannkraft schenkt, die ich brauche – nicht weil ich Jan Paulsen bin, sondern um der Aufgabe willen, die er mir übertragen hat.
Ich habe Gottes Hand auch darin erlebt, dass er mir zu mehr Ausgewogenheit in meinem theologischen Verständnis verholfen hat. In jüngeren Jahren wusste ich, wie man die Herde zerstreut – ich war noch nicht in der Lage die Dimensionen zu erkennen, die für den Zusammenhalt der Kirche bestimmend und bedeutend sind. Deshalb bin ich heute als Theologe „großzügiger“ als ich es vor 25 Jahren war. Damals hatte ich als Lehrer im Fachbereich Theologie einen präzise definierten Rahmen und klare Grenzen innerhalb derer ich agierte, ich vertrat eine „Schulbuch-Theologie“. Heute halte ich noch immer fest an unserer Theologie, doch ich setze sie immer in Beziehung zu einer Kirche als einer lebendigen, organischen, wachsenden, globalen Glaubensgemeinschaft, eines Volkes, das Gott in Einigkeit verbunden wissen will.
Ich verstehe meine Erkenntnis als Teil eines größeren Ganzen. So wie der Herr sich bemüht hat, mir bewusst zu machen, welch unermesslichen Wert jeder Mensch in seinen Augen hat, so muss auch ich in meiner Theologie darauf bedacht sein, dass sie anziehend auf Menschen wirkt, sie nicht ausschließt oder abstößt. Ja, es gibt Positionen, mit denen wir unsere Identität als Kirche und die Autorität der Schrift verleugnen oder die unvereinbar sind. Aber ich habe gelernt, dass manchmal nicht alle in allem übereinstimmen müssen, weil sonst unsere Gemeinschaft zerbricht oder uns kein gemeinsames Ziel mehr verbindet.
Wie ist es bei mir zu dieser Veränderung gekommen? Auch hier war es ein Defizit, das von Gott ausgeglichen wurde, ein Mangel bei mir, den er behoben hat, damit seine Absicht zum Tragen kam. Und wenn er das bei mir getan hat, kann er es auch bei anderen.
Jeder von uns tut gut daran, zurück zu schauen und sich bewusst zu machen, was der Herr uns gelehrt hat, während er auf unserem Weg mit uns ging. Wenn wir das tun, werden wir seine Führung in unserem Leben und sein Wirken an unseren Herzen erkennen, da bin ich mir sicher. Wir alle sind „Schüler in der Schule Christi, stets Lernende, die immer mehr vom Himmel, von Gottes Wort und seinem Willen begreifen; die immer tiefer in die Wahrheit eindringen und immer besser verstehen, mit ihrem erworbenen Wissen verantwortungsvoll umzugehen.“ (Ellen G. White, Sons and Daughters of God, 1955; p.72)

Originalversion auf Englisch

To talk about „what I have learned“ is not an exact science, and there is always the danger of self-delusion. Whether we have really learned something is not proved just by saying so, but is tested instead in moments of decision or crisis.
As I reflect back on 50 years of ministry and church administration, and particularly these past 10 years as General Conference president, I see a number of reoccurring lessons that God has patiently yet persistently sought to teach me in His classroom of human relationships. As His student I have perhaps not always been a quick learner. But in recent years a number of lessons have crystallized in my mind. They are lessons that can’t be learned at a desk or from a book, but rather in the dynamics—the „messiness“—of everyday life. They are lessons learned through worshipping with those whose language, customs, and experiences are alien to mine; in relating to colleagues and struggling together through difficult decisions and conflicting opinions; in talking to young people, older people, and people who find my views and tastes as incomprehensible as I find theirs, and yet, in spite of this, claiming each one as my brother or sister in Christ.
This list is incomplete; the process of learning is never static. And it’s a list that builds on a number of core „givens“—such as the need to keep God’s Word and will at the center of one’s life, to daily submit to His leading and seek His forgiveness. These are things He continues to teach me.
And so it’s against this background that I single out these five lessons.

1 People matter most.
It can be easy as a church, and especially for those who exercise leadership, to think in terms of „non-people“ items. We sit down in committee and discuss values, position statements, goals, projections, policies, and plans, and at some point all this becomes separated from individual human experience. We begin to see these things as intrinsically valuable, rather than having value only to the extent that they serve God’s purpose and nurture His people.
It’s good for each of us to look back and reflect on what the Lord is teaching us along the way.
Everything God does in the human realm is to reach out to people, to draw them close to Him through His irrepressible love, and to guide them into eternity. People are God’s primary focus. This is the reason Christ came to earth! And this simple truth has untold consequences for how we walk through each day and how we engage with each other. In every conceivable type of relationship the value of the other person is greater than I can comprehend. And so within the church our constant question should be: „How does this affect people?“ It’s not human logic, but rather God’s illogical love for His created beings that must be central to all that we are and do. Yes, sometimes I fail; sometimes the church, corporately, fails. But the lesson is no less important, and it sticks with me.

2 Keep your gaze focused outward.
The church is here to do mission. This simple state-ment is the pivot upon which we balance our identity, our purpose, our very reason for being.
I’ve learned that this principle carries very practical implications. How should the church prioritize spending in difficult times? Or, how should we structure our institutions or our administration? Or, how should the church function in a certain part of the world? Almost any question of importance comes down to this single consideration: what is best for the mission of the church?
This principle is also linked to how we make use of our human resources. I’ve said it before, but it must be said again: I believe our ability to engage in mission has been damaged over time by our failure to give meaningful roles to women in ministry and leadership, and our failure to draw more of our young people and young professionals—our under-35s—into the decision-making processes of the church.
Being clear about our primary goal also has to do with where we keep our focus. Do we need revival and renewal within the church? Of course! But to me, focusing inward should happen only in the context of making ourselves more effective at reaching outward. When we become preoccupied with constantly taking the „temperature“ inside the church, at the expense of our mission focus, the church becomes an introspective, isolated, and ineffective community.
Continually focusing inward can also be discouraging. If we’re honest, we’ll see many flaws in our church. So, should our primary task be to fix these? No! Until „this corruptible shall have put on incorruption, and this mortal shall have put on immortality“ (1 Cor. 15:54, KJV) I must live with human failings—my own and others‘. But I have also learned that, in spite of this, God forgives, heals, and restores. He takes the broken, the frail, and the stumbling, and He equips us and carries us onward so that we may do mission.

3 Consultation trumps tyranny.
Many years ago a senior church administrator said to me, „Remember, you’re in charge only if you don’t have to prove it.“ And I have learned that this is true. There is no place in church leadership for trying to „prove“ your authority—at the very least it becomes a hectic, defensive exercise in self-assertion; at worst, it becomes domineering and dictatorial.
It’s said that in the church we don’t operate on a presidential model. And we don’t—even though some executive decisions must be made and certain responsibilities must ultimately rest with someone. But in making decisions—at every level of church leadership—we seek out other opinions, we talk through issues, we reach for consensus. I have learned that the best and safest decisions you can make as a spiritual leader are made in a forum of consultation, where you are sufficiently at ease to entertain a frank exchange of ideas; where you don’t feel threatened by others who hold different views; where you place no „taboos“ on certain opinions; and where you are willing to say, „Well, maybe I got this one wrong,“ or „I understand what you’re saying, but no, I don’t agree.“

4 Don’t take yourself too seriously.
I have learned that there is no virtue in solemnity for its own sake. An ability to see the ironic, the surprising, or the downright humorous in different situations can be wonderfully healthy in the life of the church. Yes, we are engaged in a serious work. But funny things happen. And in shared laughter we display our shared humanity. Without being frivolous or irreverent, moments of humor can help ease situations of great tension or bring a new openness into strained relationships. It can be an effective antidote to self-importance or the spiritual „stiff upper lip.“ And I have seen, time and again, that we give our best when we are at ease with ourselves and with others. Without losing a sense of the importance of the work we’re engaged in, stepping back for a moment of lightness, acknowledging the human element in what we do can help forge a way forward through a difficult moment. And I believe that God also laughs with us.

5 God supplies the shortfall.
I have learned that no matter what my flaws or mistakes, the Lord will continue to walk with me, refresh me, and equip me for His purpose. In this I make no claim exclusive to myself! I believe that God takes each of us by the hand and says: „Here, I am giving you a special task. And now I will stay by you, and supply what you lack so that My mission will be accomplished.“
I feel this strongly when I visit with church members in different parts of the world. Many times, a person I’ve never met before will come to me and say: „Pastor, I want you to know that I pray for you. I mention you before God by name every day.“ Nobody has the faintest idea how much this means to me, for I sense that the Lord hears their prayers and that in His love for His church and His people He ministers to me resilience—of body and mind—not because of who I am, but because of what He wants me to do.
I have felt God’s ministering hand also in helping me toward a better balance in my theology than I had as a younger man. I now see dimensions that have to do with holding the church together, not scattering the flock; and so I am more „generous“ as a theologian than I was 25 years ago. As a teacher of theology, I had some precise lines within which I operated—a textbook theology. Today, I hold strongly to our theology but relate it to the church as a living, organic, growing, global community of faith, a people whom God wants to keep united as one.
I see this as part of a circle of ideas—just as the Lord has sought to teach me the immense value He places on individuals, so my approach to theology must seek to draw people in, not push them out. Yes, there are positions that are a denial of our identity and of Scripture and cannot be reconciled or accommodated. But I have learned that sometimes we don’t all see everything just the same way and still we are held together as a community and our destiny is the same.
How did this change in me come about? Again, I think it was a lack that the Lord made good—a need in me He met to further His purpose. And if He does this for me, He does it also for others.
It’s good for each of us to look back and reflect on what the Lord is teaching us along the way. And as we do, I believe we’ll be able to trace the outline of His hand as it works in our lives and on our hearts. For together we are all „students in the school of Christ, ever learning more of heaven, more of the words and will of God; more of the truth and how to use faithfully the knowledge that [we] have gained.“*
*Ellen G. White, Sons and Daughters of God (1955), p. 72.
(aus Adventist World, Mai 2009, Artikel online unter www.adventistworld.org)