Hilfe beim Sterben, Hilfe zum Sterben oder Hilfe zum Leben?

10:30 Uhr – Predigt:       „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen …“

13:30 Uhr – Referat 1:    Sterbehilfe aus rechtlicher, ethischer und palliativer Sicht

14:30 Uhr – Referat 2:    Fallbeispiele Palliative Care

Kommunikations- und Getränkepause

16:00 Uhr – Podiumsdiskussion mit der Möglichkeit zuvor Fragen einzureichen

Referenten:

Dr. med. Ruedi Brodbeck, Alchenflüh, Schweiz
Facharzt für Allgemeine  Innere Medizin und Psychosomatische Medizin, Diplom für Biblische Theologie und Pastoralarbeit, Supervisor
 
Dr. med. Daniela Dazzan, Backnang, Deutschland
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Palliativmedizin

«Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden.»

Dieses Gebet Mose in Psalm 90 hat heute eine besondere Aktualität erhalten. In unserer Gesellschaft werden Tod und Sterben weitgehend tabuisiert. Nur selten spricht man offen darüber. Die Coronakrise hat bei vielen das Bewusstsein über die Endlichkeit des Lebens geschärft.  Wegen Kapazitätsengpässen wurden z.B. in der Schweiz die Ärzte aufgefordert mit ihren Risikopatienten über das Sterben zu reden. Es soll geklärt werden, wer eine intensivmedizinische Behandlung wünscht und wer lieber zuhause begleitet werden möchte. Auch ohne Berücksichtigung der Pandemie: Aufgrund der modernen medizinischen Möglichkeiten, aber auch durch das Aufkommen sogenannter Sterbehilfsorganisationen wie EXIT oder Dignitas, wandelt sich das Sterben zunehmend von einem Schicksalsschlag zu einem planbaren Ereignis.

Was bedeutet dies für uns Christen? Was sollten wir im Falle einer Begleitung von Angehörigen oder auch für uns selber wissen, um verantwortlich mit unseren Möglichkeiten umzugehen? Wer legt das Therapieziel fest? Wie ist das mit der Würde des Menschen und untragbarem Leiden? Ist der Tod immer ein Feind? Was bedeuten aktive oder passive, direkte oder indirekte Sterbehilfe? Wer soll entscheiden über Wiederbelebungsversuche, künstliche Beatmung und Ernährung oder auch über Fragen wie Therapieabbruch, Sterbebegleitung oder – was in einigen Ländern bereits möglich ist – assistierten Suizid oder gar Tötung auf Verlangen?

Wer sich auf das Sterben vorbereitet und die damit im Zusammenhang stehenden Fragen geklärt hat, kann sein Leben viel besser und entspannter geniessen.